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Wellenform eines Handy – es ist bioeffektiv

Wellenform eines Handy mit  Rauschen es ist nicht bioeffektiv !

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Anhörung im Bayrischen Landtag 20.Juli 2007

 

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Ruzicka, 2007: „Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass elektromagnetische Felder auch im athermischen Bereich bei chronischer Einwirkung eine pathogene Belastung sind und damit einer der Hauptrisikofaktoren chronischer Erkrankungen.“

 

Messwerte in meinem Engelhartstetten’er Zweitwohnsitz

 

Am 5. April 2007 habe ich um 11 Uhr eine Gesamtimmission von 3298 µW/m² (1,114 V/m) gemessen ( Dieser Wert wurde von folgenden Sendern verursacht: Mobilkom Austria mit 1492 µW/m² ( 946 MHz),  T-Mobile Austria mit 1259 µW/m² ( 954 MHz) und One mit 547 µW/m² (1864 MHz) und am 27.4. 2007 z.B. 3399µW/m² (1,132 V/m). Es konnten von mir aber noch höhere Werte gemessen werden z.B.  habe ich am 11.März 2007 um 11h30 einen Wert von 2568µW/m² (0,984 V/m) bei 946 MHz ausgestrahlt vom Mobilkom Austria Sender gemessen. Die Maxima bei TV und Radio liegen dagegen nur bei 0,023µW/m². Gemessen wurde mit einem Spectran 6080 Rev.3 und einer HyperLog – Antenne 6080.

 

In Engelhartstetten gibt es seit zehn Jahren GSM-Mobilfunksender, im drei Kilometer entfernten Nachbardorf * gibt es hingegen keine Mobilfunksender. Die Gesamtimmissionen liegen im mit elektromagnetischen Feldern belasteten Ort um das fast 10.000-fache höher. Der Vergleich der Sterbedaten von Ende 2004 bis März 2007 ** ergibt eine signifikante Differenz von ca. 10 Jahren von mit Mobilfunk belasteten Bewohnern von Engelhartstetten eingebüßter Lebenszeit im Vergleich zum unbelasteten Nachbarort . (siehe Rothman et al. 1996 und  Dr. Fadhil Mohammad Ali

 2005). Publikation

* Loimersdorf mit 464 Einwohnern und keinem Sender ist ebenso wie Engelhartstetten mit 704 Einwohnern und drei GSM -Sendern (letzte Volkszählung 2001) ein Teil der Marktgemeinde Engelhartstetten. Zur Marktgemeinde Engelhartstetten (1807 Einw.) gehören Engelhartstetten,  Loimersdorf, Groißenbrunn (195 Einw. drei GSM-Sender),  Stopfenreuth (179 Einw. kein Sender), Markthof (162 Einw. ein GSM-Sender) und Schlosshof (103 Einw. ein GSM-Sender). Beide volksstärksten herangezogenen Orte weisen nach der letzten Volkszählung eine gleiche Bevölkerungsstruktur auf. Einwohnerdaten im Beobachtungszeitraum 2005/2006 stehen noch nicht zur Verfügung, es kann aber davon ausgegangen werden, dass es zu keinen gravierenden Änderungen gekommen ist.

**Mitteilungsblatt des Pfarrverbandes, Pfarre Engelhartstetten – Loimersdorf – Stopfenreuth 11.Jhg. / Nr.31 bis 14. Jhg../ Nr.39

 

Verkürzung der Lebenserwartung n. Ursache

 

Ursache

Jahre

Übergewicht

3

UKW – Sender (Schwarzenburg )

5-6

Rauchen

8,3

Mobilfunk (Engelhartstetten)

10,1

Handy-Strahlung lässt Ratten früher sterben

Dirk Adang testete für seine Dissertation, wie sich Ratten verhalten, die bis zu 18 Monaten unterschiedlich starken Handy-Strahlen oder überhaupt keiner Strahlung ausgesetzt wurden. Die bestrahlten Ratten haben eine doppelt so hohe Sterblichkeitsrate wie unbestrahlte Ratten aufgewiesen. Nach Ansicht von Adangs Doktor-Vater Prof. André Vander Vorst von der Katholischen Universität Löwen (Belgien) ist der Zusammenhang zwischen der Strahlung und der Sterblichkeit bei den Ratten unbestreitbar. (WELT- online, 25. Juni 2008)

 

Die Situation in Österreich

Die Netzbetreiber haben praktisch jeden Winkel in Österreich über Mobilfunk erreichbar gemacht und teilen sich den Markt.

Laut Interessenverband der Mobilfunkbetreiber und Elektronikindustrie FMK (Die Rolle des FMK) stehen in Österreich ca. 18000 Basisstationen (Handymasten). Diese Mobilfunkanlagen befinden sich auf Privatgrundstücken, auf und in Privatgebäuden, auf Gebäuden von Gemeinden, auf Lagerhaustürmen und insgesamt mehr als 440 Mobilfunkanlagen auch auf Gebäuden der Katholischen Kirche in Österreich. Bei einer Standortmiete von 2500-4000 € / Vertrag und Jahr kann davon ausgegangen werden, dass insgesamt mit Mobilfunksendeanlagen auf kirchlichen Gebäuden eine Summe von 1,1 - 1,8 Millionen € /Jahr, insgesamt aber eine Summe von 45 - 72 Millionen € /Jahr erlöst wird. Dazu werden über Österreich verteilt zig-Tausende von Sendemasten mit noch viel mehr Antennen benötigt und gegen den Willen vieler Bürger laufend errichtet- Bürger wehren sich erfolgreich.

Mobilfunknetzwerke sind echte Energiefresser, der Wirkungsgrad eines Senders beträgt lediglich 1%. Eine Sendeanlage verbraucht bis zu zwei Kilowatt. Das bedeutet, dass 18000 Sendeanlagen in Österreich bis zu 315 Millionen kWh Strom pro Jahr verbrauchen. Der Energiebedarf für die Stromversorgung der weltweiten Mobilfunknetze lag 2005 bei 42,8 Milliarden Kilowattstunden und soll bis 2011 auf 124,4 Milliarden Kilowattstunden ansteigen.

2005 wurde bereits eine mehr als 100%ige Penetration mit Handys erreicht- sagenhafte 8,1 Millionen SIM-Karten sind im Umlauf, für die rund 6 Millionen Mobilfunkkunden Österreichs. Die Umsätze der Mobilfunker steigen weiter – wenn auch nicht mehr ganz so schnell. Insgesamt konnten die Netzbetreiber im 1.Halbjahr 2006 einen Gesamtumsatz von 1.868 Millionen Euro verbuchen. Die Anzahl der Gesprächsminuten  im 1.Halbjahr 2006 betrug 6,57 Milliarden, es wurden  937,7 Millionen SMS geschickt. Die Österreicher sind Handy-Maniacs, alljährlich werden über drei Millionen Handys verkauft!

Nun stellt der Technologie-Chef der Telekom Austria Helmut Leopold im November 2006 fest, dass die übertragungstechnischen Ressourcen, die wir in der Luft haben, beschränkt sind und das Festnetz die Grundlage der zukünftigen Kommunikation bleibt. Im Boden kann man über Lichtleiter eigentlich unendlich viel Information übertragen. Wenn ein Kabel mit 100 Lichtleiter-Fasern vorliegt und pro Faser 100 Lichtwellen aufmoduliert werden besteht eine Kapazität von 100 x 100 x 40 Gigabit/Sekunde. Verglichen damit sind ein paar hundert Kilobit/Sekunde in der Luft gar nichts. Deshalb versucht man bei einem Mobilnetz den Verkehr so rasch als möglich wieder in das Festnetz zu bringen. Die Telekom Austria baut daher ihr Festnetz soweit aus, dass wir übermorgen in jedem Haushalt 20 Megabit/Sekunde haben und mit VDSL 2 problemlos bis zu drei HDTV Fernsehprogramme pro Haushalt empfangen können.

 

Die Korruption der Wissenschaft durch die Wirtschaft

 

 

Bohme et al. schreiben 2005: „Obwohl Berufs- und Umweltkrankheiten oft als isolierte Einzelfälle eines Versagens der Wissenschaft betrachtet werden und man von der Regierung oder von der Industrie erwartet, dass sie die Interessen der Allgemeinheit schützt, sind diese Krankheiten in Wirklichkeit die Folge eines verbreiteten Systems von wirtschaftlich motivierter Prioritätensetzung, Entscheidungsfindung und Einflussnahme. Dieses System erzeugt Krankheiten, weil politische, ökonomische, regulatorische und ideologische Normen Werte wie Reichtum und Profit über die menschliche Gesundheit und eine intakte Umwelt stellen. Die Wissenschaft ist eine Schlüsselgröße dieses Systems; die Manipulation von Beweismaterial, Daten und Auswertungen in der Absicht, günstige Bedingungen für die Industrie auf materiellem und ideologischen Gebiet zu erhalten hat starke Tradition. Firmen und Industrien benutzen mehrere Taktiken, um die Tatsache zu verschleiern, dass ihre Produkte gefährlich oder tödlich sind. Im Blick auf die Gewinnmaximierung ist es ihr Ziel, sich ein möglichst wenig einschränkendes regulatorisches Umfeld zu sichern, sowie die gesetzliche Haftung für Tod oder Körperverletzung abzuwenden. Sie arbeiten mit Anwälten und PR-Spezialisten, die ihrerseits Wissenschaftler, wissenschaftliche Beiräte, Frontorganisationen, Industrieverbände, Denkfabriken und die Medien einspannen, um die Meinung in Wissenschaft und Öffentlichkeit über ihre Produkte und Verfahren zu beeinflussen. Diese Beeinflussung, die von einer korrupten Wissenschaft abhängt, begünstigt die Wirtschaft auf Kosten der Volksgesundheit.“. Weiter schreiben diese Autoren: „Eine der häufigsten von Unternehmen, Anwalts- und PR-Firmen angewandten Taktiken ist es, Wissenschaftler damit zu beauftragen, Fragen so zu stellen oder zu analysieren, dass eine ‚Kontroverse’ über etwas entsteht, was sonst ein eindeutiges Gesundheitsrisiko wäre.“ Michaels hebt im Scientific American 292: 96-101, 2005 im Artikel : Doubt is their product – Zweifel ist ihr Produkt - hervor, dass die Forschung solcher Firmen regelmäßig dazu benützt wird, um die staatliche Regulierung zu beeinflussen, aber nicht mittels Beweisen für die Unschädlichkeit eines Produktes und Verfahrens, sondern mit der Behauptung, dass die Beweislage nicht eindeutig ist und staatliche Vorschriften daher nicht zu rechfertigen sind.

 

Als sie mit Beweisen über die Gefahren ihrer Produkte oder Verfahren konfrontiert wurden, haben sich einige Industrien oder Firmen auf die Strategie verlegt, wissenschaftlichen Zweifel zu sähen, indem sie Grundsatzfragen aufwarfen über die Art von Beweisen, auf die man sich für den Nachweis der Ursächlichkeit stützen dürfte.

 

Eine weitere Taktik ist es gegnerische Wissenschaftler zu diskreditieren, sie einzuschüchtern oder sie in einen Skandal zu verwickeln. Hans-Ulrich Jakob schreibt in „Problemfall Mobilfunk Schweiz“ auf Seite 10:  „Und ab Mitte der 80iger Jahre begann man, die gefährlichsten Kritiker auszuschalten, indem man denjenigen Universitäten, die nicht – industriekonforme Forscher beschäftigten, kurzerhand den Geldhahn zudrehte. Als Folge davon mussten zahlreiche Wissenschaftler ihre Lehrstühle verlassen und den vorzeitigen Ruhestand antreten. Prominenteste Opfer der nachhaltigen Säuberungswelle sind: Dr. Ing. Wolfgang Volkrodt, Prof.Dr.Dr. Ing. Andràs Varga, Prof. Dr. Gerard Hyland, Dr.Lebrecht von Klitzing, Prof. Dr.Peter Semm, Dr.Roger Santini, Dr. Claudio Gomez-Peretta, Dr.George Carlo und Prof. Dr.med Frentzel-Beyme. Prof.Dr.Neil Cherry hat die Hetze nicht überlebt und ist frühzeitig an einer neuromotorischen Krankheit gestorben.

 

Eine andere Taktik ist es ‚wissenschaftliche Beiräte’ im Hinblick auf ein bestimmtes Thema aufzustellen. Allzu oft sind solche Beiräte keine wirklich unabhängigen Ratgeber, sondern eher Gruppen von Wissenschaftlern, die industriefreundliche Forschung betreiben, bei behördlichen Anhörungen und in der Presse für die Interessen der Industrie sprechen.

Die Industrie und ihre PR-Firmen nutzen die Massenmedien zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung über die Unschädlichkeit ihrer Produkte. Eine breite Medienkampagne reproduziert manipulierte Wissenschaft in populärer Form.

 

Gesundheitsrisiken

68% aller wissenschaftlichen Peer- Review- Studien  ohne Industrieförderung von 1994 - 2006 belegen, dass die Mikrowellenstrahlung gesundheitsschädlich ist ! Siehe dazu: Schwere Gesundheitsprobleme .

Woran leiden die Menschen?

1."Die gepulsten hochfrequenten elektromagnetischen Felder (von Mobilfunksendeanlagen, schnurlosen DECT-Telefonen, WLAN u.a.) führen weit unterhalb der gültigen Grenzwerte zu einem vielschichtigen Krankheitsbild mit charakteristischer Symptomenkombination, dem Mikrowellensyndrom . Bei einigen Menschen treten diese Symptome schon bei einer Leistungsflussdichte von 10 - 50µW/m² auf (Santini et al. 2001,2002,2003; Navarro et al. 2003; Hutter et al.2002;2006). Während die Krankenstandstage in Österreich seit 1991 insgesamt sinken, hat sich die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen verdoppelt (bei Frauen um 206,1% bei Männern um 179,1%).

2.Im Umkreis von 400 m erkrankten nach 5 - 10 Jahren dreimal so viele Menschen 8,5 Jahre jünger an Krebs als in größerer Entfernung (Naila-Studie von Eger et al. 2004 und Netanya-Studie von Wolf et al. 2004, Oberfeld 2008 ). In Österreich zeigen die Zahlen der Ersterkrankungen an Krebs von 1947 – 1977 (ca.18500)  abgesehen von kleinen Schwankungen, keine maßgeblichen Veränderungen. Seither hat sich die Zahl der Ersterkrankungen an Krebs aber verdoppelt (ca.38000). Von 2000 – 2020 wird weltweit die Anzahl der Krebs-Neuerkrankungen um 50% von 10,1 Millionen im Jahr 2000 auf 15,7 Millionen im Jahr 2020 ansteigen.

3.Bei Nutzern von Handys ist nach 5 Jahren das Hirntumorrisiko bis 2,9fach höher als bei Nichtnutzern (Carlo 1999; Hardell et al. 1999, 2006 , Lahkola et al., 2007). Im Jahr 2000 wurden weltweit 176000 Neuerkrankungen an primären Hirn – und anderen CNS Tumoren diagnostiziert. Die Tendenz ist steigend z.B. in den USA um 14% von 2000 bis 2006. Pro Jahr werden in den USA mehr als 100000 sekundäre Hirntumore (Metastasen) diagnostiziert.

4.Bei Handynutzern wird die Blut-Hirn-Schranke geöffnet und Schadstoffe gelangen in das Gehirn und schädigen Neuronen (Salford et al.2003, u.a.).

5.Bei Handynutzern kommt es zu Unfruchtbarkeit durch eine 30%ige Verringerung der Spermienzahl und bewegungsunfähige Spermien (Davoudi et al. 2002; Fejes et al. 2004, Wdowiak et al. 2007). In Europa sind 15% der Paare unfruchtbar.

Besondere Gefahr gibt es in Auto, Bus und Bahn dort dreht das Handy auf volle Leistung und strahlt doppelt so hoch wie außerhalb (Studie der Izgmf 2004).

Diese Gesundheitsrisiken bestehen ebenfalls bei DECT und GAP –Schnurlostelefonen, WLAN und WiMAX Breitband - Internetverbindungen.

Dazu kommt noch, dass es für die gesundheitlichen Auswirkungen von Mobilfunkstrahlungen längst ein plausibles durch viele wissenschaftliche Studien gestütztes Wirkmodell gibt, F.Ruzicka: Wirkungsweise von EMF auf biologische Systeme und daraus resultierende Krankheiten

 

Gefahren für Babys und Kinder

 

1.      Die zwei- oder dreimalige Benützung eines Handy pro Tag genügen, um das Risiko für die Entwicklung von Hyperaktivität und Kontaktschwierigkeiten, Affekten und Beziehungsproblemen von Babys bis zum Zeitpunkt des Schulalters zu erhöhen. Die Wahrscheinlichkeit wird größer, wenn die Kinder selbst ein Handy benützen (Epidemiology, 2008).

2.      Kinder und Teenager unter 18 Jahren sind folgenden Störungen ausgesetzt: schwächeres Gedächtnis, Verminderung der Aufmerksamkeit, Verminderung der mentalen und kognitiven Leistung, Schlafstörungen, mögliche Zunahme von Epilepsie. Die anderen möglichen Langzeitfolgen sind Hirn-Hörnerv-und Vestibular-Nerventumore (im Alter von 25-30 Jahren) Alzheimer „erworbene Demenz“, depressive Verstimmungen und andere Formen der Degeneration von Nerven- und Hirnstrukturen (im Alter von 50-60 Jahren). (Oleg Grigoriev, RNICIRP, 2008).

 

Schlussfolgerungen aus der bisherigen wissenschaftlichen Literatur über Bioeffekte durch elektromagnetische Felder (EMF)

 

(1)  Allgemein wird von der wissenschaftlichen Gemeinschaft anerkannt, dass es bei ionisierender Strahlung (energiereicher Strahlung) zu massiven Schädigungen bis zum Tod biologischer Systeme kommt.

(2)   Unbestritten ist ebenso, dass eine übermäßige chronische Erwärmung (intensitätsreiche Strahlung) zu Schäden bis zum Tod eines Biosystems führt.

(3)   Nicht allgemein anerkannt wird von der wissenschaftlichen Gemeinschaft, dass eine nichtionisierende Strahlung mit geringem oder nicht mehr messbarem Erwärmungseffekt (intensitätsarme Strahlung) zu Schäden in Biosystemen führt.

 

Welche Schlussfolgerungen können aus der bisherigen Literatur in Bezug auf diesen dritten Punkt gezogen werden? Zunächst gibt es dazu sehr viele wissenschaftliche Studien und jährlich erscheinen zahlreiche weitere Publikationen in der Fachliteratur, also ist bereits ausreichend Material vorhanden um diesen dritten Punkt einer ersten Klärung zuzuführen.

 

(1)   Die Forschungsergebnisse zeigen, dass durch RF = Radiowellen oder MF= Mikrowellen induzierte Bioeffekte und jene die durch ELF Felder (niederfrequente Felder, 50 Hz Wechselstrom) auftreten identisch sind. Daher können Forschungsergebnisse von ELF – Feld - Expositionen benutzt werden um Bioeffekte bei RF (Mikrowellen) Feld – Expositionen zu interpretieren und vorherzusagen, und vice versa!

(2)   Es gibt bereits ein plausibles Wirkmodell ! Die Ursache für Bioeffekte liegt in der Struktur der Wellenzüge eines EMF. Weisen diese eine Konstanz (Kohärenz) auf, wie etwa eine 50 Hz oder 60 Hz Sinuswelle, eine regelmäßige Sägezahnkurve oder die bursts beim Mobilfunk ist dieses EMF bei einer Einwirkdauer von länger als einer Sekunde bioeffektiv. Ein EMF mit Wellen variabler Frequenz ist nicht bioeffektiv! Die Superposition eines räumlich und zeitlich kohärenten bioeffektiven EMF mit einem räumlich kohärenten und zeitlich inkohärenten ELF (Rauschen) führt zu keinen Bioeffekten. Dies ist einer der am besten untersuchten Bereiche des Elektromagnetismus (siehe Ruzicka F., 2006).

(3)   EMF wirken im nicht ionisierenden intensitätsarmen Bereich als Distressor. Daher können sie bei chronischer Einwirkung nach langer Latenzzeit u.a. zu Diabetes mellitus, Hypertonie, Herzattacken, Schlaganfall, malignen Tumoren, Asthma, Bronchitis, Depressionen und neurodegenerativen Erkrankungen führen. Dies wird durch zahlreiche wissenschaftliche Studien unterstützt (Hecht, 2006).

 

Der Mechanismus über den die Mobilfunkstrahlung Schaden verursacht, ist bekannt (biologische Plausibilität). Es gibt mittlerweile mehrere Studien in jeder wissenschaftlichen Disziplin, die Probleme nachweisen ( Konsistenz der Forschungsergebnisse). Insbesondere bei frühen Nutzern von Mobiltelefonen steht außer Frage, dass die Exposition bereits lange vor Auftreten der Tumore stattfand (Zeitlicher Bezug). Mehr als 300 statistisch signifikant erhöhte Risikoverhältnisse wurden in der Peer- Review-Literatur veröffentlicht (Statistische Signifikanz). Je länger die Verwendung und länger die Latenz, umso höher das Risiko (Dose-Response Upward). Verschiedene Studien zeigen inzwischen, dass bei Wegfall der Strahlungsexposition die beeinträchtigenden Wirkungen ebenfalls umgekehrt werden (Dose-Response Downward). Indizien für die Schädigung stammen aus dosimetrischen Studien, In-vitro-Studien, In-vivo-Studien, epidemiologischen Studien und Humanexperimenten (Konkordanz der Forschungsergebnisse). Damit sind die Koch - Henle - Postulate erfüllt, die die belastbarste und am weitesten anerkannte Richtlinie für die Bestimmung von Ursache und Wirkung in der Wissenschaft sind (G.Carlo, 2006).

 

Warnung der Österreichischen und der Wiener Ärztekammer!

 

Deshalb treten bereits zahlreiche Ärzte für eine massive Senkung der Gesamt-Strahlenbelastung, besonders aber der Strahlenbelastung durch den Mobilfunk ein (Freiburger Appell, Bamberger Appell u.a.). Siehe dazu die Seiten Gesundheit, Wirkungen u.a. auf dieser Homepage. Das ist keine Verunsicherung der Bevölkerung durch diese Ärzte, sondern die Sorge um die Gesundheit der jetzigen und der nächsten Generation, sowie der Finanzierbarkeit der Gesundheits- und Sozialsysteme, die sich darin ausdrückt. Ein erster Hoffnungsschimmer für den bereits „elektrosensibel“ oder „elektro-allergisch“ gewordenen Personenkreis in Österreich sind die Warnungen der Österreichischen Ärztekammer, der Wiener Ärztekammer , des Obersten Sanitätsrates und des Gesundheitsministeriums.

 

Statt allerdings dem Vorsorgeprinzip Rechnung zu tragen und die Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung auf 0,1 µW/m² zu senken beschließt in Österreich der Fachnormenausschuss, in dem die Österreichische Ärztekammer nicht vertreten ist, am 1.8.2005 Grenzwerte nach der ICNIRP (eines in München eingetragenen Vereins), nämlich die neue Vornorm ÖVE/ÖNORM E 8850 (von 0 bis 300 GHz)- es gelten also nach wie vor für die Bevölkerung je Mobilfunksender (UMTS) zehn Millionen µW/m². Die Österreichische Ärztekammer hat in ihrem Schreiben vom 29.9.2005 dagegen Einspruch erhoben.

Wilke schreibt in 'Das große Strahlen-Handy & Co' : 'Als Endergebnis beurteilen Fachleute - also ganz normale Menschen - aus Industrie und Wissenschaft die Gefährdungslage. Sie legen also fest, krass ausgedrückt, wie viele Leute zum Beispiel an Krebs erkranken dürfen, um den Nutzen eines Produktes zu ermöglichen. Außerdem sind die Annahmen, die zugrunde gelegt werden, nie wirklich exakt bestimmbar. Die Industrie schreit: Verbot oder Einschränkungen kostet Arbeitsplätze, die Politik ignoriert, lamentiert oder beschließt bestenfalls, viele Jahre Forschung in Auftrag zu geben. Ein gutes Beispiel, wie langwierig die Anerkennung der Gesundheitsschädlichkeit sein kann, ist Asbest.'

Handysucht

Die Schweizerische Interessengemeinschaft Elektrosmog-Betroffener schreibt in ihrer Broschüre, Problemfall Mobilfunk Schweiz, 2004 auf Seite 12 :" Innerhalb von 5 Jahren hat sich die Zahl der Handys verzehnfacht. Wieso diese schnelle Ausbreitung? Wie beim Drogenhandel ist der Einstieg gratis. Millionenfach werden Handys verschenkt. Erst wenn die Leute einmal süchtig sind, wird kräftig abkassiert."

Nach einer aktuellen Umfrage von Lloyds TSB (2005) fühlen sich zwei Drittel aller Handybesitzer unwohl, wenn sie ihr Mobiltelefon zu Hause vergessen. Drei Prozent werden nach eigenen Angaben gar ängstlich oder panisch. Ähnlich groß ist auch die Abhängigkeit vom Internet - über 70 Prozent drehen nach eigenen Angaben durch, wenn sie nicht jeden Tag ihre E-Mails checken können. Psychotherapeuten bezeichnen das Phänomen das 'Mobile and Internet Dependency Syndrome' (MAIDS).

Beratungsstellen seien zunehmend mit dem krankhaften Gebrauch von Handys konfrontiert, berichtete unlängst Hellmut Koch, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer. Was bedeutet in diesem Zusammenhang "krankhaft"? Wenn Menschen die Kontrolle über das eigene Handeln verlieren und die Dosis zur Befriedigung der eigenen Gefühle ständig steigern müssen, dann spricht man von "krankhaft".

Mehr als 100 SMS pro Tag!

Hellmut Koch konkret: "Sucht besteht dann, wenn Leute von ihren Handys nicht mehr lassen können, geradezu zwanghaft mehr als 100 SMS-Kurznachrichten pro Tag verschicken – und hinterher mit immensen Telefonrechnungen konfrontiert sind, die sie nicht mehr zahlen können."

Statt Nikotin das Handy

Immer mehr Jugendliche versuchen zu sparen, damit sie sich ihr Handy leisten können. Das führt sogar soweit, dass mancher Teenie mit dem Rauchen aufhört, um die nächste Handy-Rechnung zu begleichen. Statt nikotinabhängig jetzt handysüchtig! Mittlerweile wird die Handy-Sucht gleichgesetzt mit Spielsucht (im Casino oder am Spielautomaten). Das betrifft junge Menschen genauso wie ältere. Fachleute begründen die Zunahme dieser Krankheiten mit der zunehmenden Anonymisierung der Gesellschaft.

 

Jeder dadurch verursachte Tote, Verunfallte und Erkrankte belastet zusätzlich das Gesundheits- und das Sozialsystem sowie die Versicherungen.

 

Daher die Forderungen (dazu ist allerdings eine politische Entscheidung notwendig und es kostet Geld):

1.Wir sind aufgrund der publizierten wissenschaftlichen Arbeiten über die Gesundheitsschäden durch Mobilfunkstrahlung für eine drastische Absenkung der Grenzwerte auf einen biologisch unschädlichen Wert. Das Handy funktioniert einwandfrei noch bei geringen Leistungsflussdichten von wenigen nW/m² (Maes) ! Technisch ist das machbar (Virnich 2003; Spaarmann 2003). Dies entspricht auch der Forderung von Baubiologen, Bürgerverbänden und Umweltschutzorganisationen.

2. Wir sind für eine unabhängige und sachdienliche Information über mögliche Gesundheitsrisiken durch elektromagnetische Felder ähnlich wie beim Rauchen.

3.Wir sind für ein generelles Handyverbot in Verkehrsmitteln, da wissenschaftlich nachgewiesen wurde, dass Fahrzeuglenker bei einem Gespräch das Fahrzeug so lenken, wie unter starkem Alkoholeinfluss.

4.Wir sind für ein generelles Handyverbot in öffentlichen Einrichtungen und Gastronomiebetrieben.

5. Wir sind für die Schaffung hochfrequenzarmer Erholungsgebiete für Elektrosensible mit 0,1 µW/m² Leistungsflussdichte.

Wahrnehmung des Risikos

Charpak und Broch weisen in ihrem Buch "Was macht der Fakir auf dem Nagelbrett?" darauf hin, dass wir in unserem Alltagsleben die allmähliche Anhäufung von Risiken oft unterschätzen. Als Beispiel führen sie den Zigarettenkonsum an.

Rauchen kann bekanntlich weitaus fatalere Folgen haben als einen „harmlosen“ Schnupfen. So verkürzt jede Zigarette das Leben um 15 Minuten; die Lebenserwartung von Rauchern ist im Durchschnitt um 8,3 Jahre verkürzt. Die Gesundheitsrisiken durch Passivrauchen werden in der Bevölkerung weit unterschätzt. Passivrauchen gilt nicht umsonst als Eingriff auf das „Schutzgut körperlicher Unversehrtheit“, denn: Passivraucher haben im Vergleich zu Menschen mit einem rauchfreien Zuhause ein um 15 % höheres Todesrisiko.

Wie die Engelhartstettener Pilotstudie gezeigt hat ist das Todesrisiko durch Mobilfunksender mit dem des Rauchens vergleichbar (siehe auch Rothman et al., 1996 Erhöhung der Sterblichkeit von Mobilfunknutzern im Vergleich zu konventionellen Telefonbenutzern).

Informierte Ärzte werden aktiv

Juni 2000 - Die Salzburger Resolution: Eine internationale Konferenz von Ärzten fordert eine massive Senkung der Grenzwerte.

Oktober 2002 - Die Ärzte der IGUMED (Interdisziplinäre Gesellschaft für Umweltmedizin), verfassen den „Freiburger Appell“ und fordern u.a. eine massive Senkung der Grenzwerte, Ausbaustopp des Mobilfunknetzes, Handyverbot für Kinder, Änderung des DECT-Standards etc. (unterschrieben inzwischen von über 3000 Ärzten).

Juni 2004 - Bamberger Appell: Über 130 Bamberger Ärzte bekräftigen die Forderungen des Freiburger Appells.

Januar 2005 - Helsinki Appell an das Europäische Parlament. Finnische Ärzte und Wissenschaftler fordern – auf Grund der REFLEX-Studie – die Sicherheitsstandards der ICNIRP zu überarbeiten.

September 2006 – Benevento Resolution

Dezember 2007-Venedig-Resolution. International Commission for Electric Safety
erfolgt auf den 6. ICEMS Workshop vom 17.
Dezember 2007

 

Was können Sie als besorgter Bürger selbst tun?

- Telefonieren Sie mit einem Handy so wenig als möglich oder am besten gar nicht. Nutzen Sie das Festnetz dazu !

- Stellen Sie kein Gebäude oder Grundstück für die Errichtung einer Sendeanlage zur Verfügung, auch wenn Sie mit sehr viel Geld geködert werden, solange es zu keiner Einführung eines gesundheitsverträglichen Vorsorgewertes gekommen ist! Sie riskieren übrigens nicht nur die Gesundheit der Bevölkerung (und natürlich die eigene) sondern auch Ihr persönliches gesellschaftliches Ansehen! Außerdem müssen Sie mit zukünftigen Schadenersatzforderungen rechnen. Und das sind auch Tausende Euro nicht wert!

- Verzichten Sie auf ein schnurloses Heimtelefon, WLAN, Wimax etc !

- Wenden Sie sich persönlich an Ihnen bekannte Politiker und drängen Sie diese zum Handeln! Nach Aussage eines Parlamentsabgeordneten ist das eine vielversprechende Möglichkeit. Übrigens: Viele Politiker werden von oben bewusst einseitig informiert.

- Klären Sie Ihre Kinder, Freunde und Bekannte auf ! Kaum zu glauben: Noch immer wissen die allerwenigsten Leute über die Gefahren des digitalen Mobilfunks wirklich Bescheid, nur wenige Personen haben überhaupt eine Ahnung davon, dass hier eine Gefahr vorliegt.

 

 

 

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