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Das Mikrowellensyndrom

 

Das Mikrowellen-Syndrom: Eine Vorstudie in Spanien

 

Enrique A. Navarro 1), Jaume Segura 1), Manuel Portolés 2), and Claudio Gómez-Perretta de Mateo 2)

1)Departamento de Física Aplicada, Universitat de València, 46100, Burjassot, València, Spain;  2) Centro de Investigación, Hospital Universitario LA FE, 46009, València, Spain

In Murcia (Spanien) wurde in der Umgebung von Mobilfunk-Basisstationen, die nach dem DCS-1800 MHz-Standard arbeiteten, eine Gesundheitsbefragung durchgeführt. Die Umfrage enthielt Gesundheitsfragen, die mit der ‚Mikrowellenkrankheit' oder dem ‚RF-Syndrom' zu tun hatten. In der Wohnung der Bürger, die geantwortet hatten, wurde die Strahlungsdichte gemessen. Die statistische Auswertung zeigte einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Schwere der angegebenen Symptome und der gemessenen Strahlungsdichte. Teilte man die Teilnehmer nach der Strahlenbelastung in zwei verschiedene Gruppen ein (1100µW/m² und 100µW/m²), so zeigte sich ebenfalls in der Gruppe mit der höheren Strahlenbelastung ein Anstieg in der Schwere der Symptome.

Das Mikrowellensyndrom / Rundfunksyndrom

1.Objektive Befunde (Hecht, 2001 nach russ.Arbeiten)

Als wesentliche Symptome der Langzeitwirkungen, meistens ab dem 3. Einwirkungsjahr beginnend und mit den zunehmenden Einwirkungsjahren an Intensität und Häufigkeit zunehmend, werden u.a. folgende angeführt: Neurasthenie, neurotische Symptome, arterielle Hyper-/Hypotonie, Bradykardie oder Tachykardie, vagotone Verschiebung des Herz-Kreislauf- Systems, EEG-Veränderungen (Zerfall des Alpha-Rhythmus bei Theta- und vereinzelt Delta-Rhythmus), Überfunktion der Schilddrüse, Potenzstörungen, Störung im hypothalamischen-hypophysären Nebennierenrindensystem, Verdauungsfunktionsstörungen, Schlafstörungen, Verlangsamung der Sensormotorik, Ruhetremor der Finger, Haarausfall.

2.Subjektive Beschwerden:

Erschöpfung; Mattigkeit; Konzentrationsschwäche; Kopfschmerzen; Schwindelgefühl; Schweißausbrüche; spontane Erregbarkeit aus hypotoner Reaktionslage, besonders bei Anforderungen; Herzschmerzen

 

Ulrich Warnke hat 2005 in einer historischen Übersicht festgestellt, dass schon sehr lange in der Wissenschaft das „Mikrowellensyndrom“ bekannt ist. (Schliephake 1932, 1952, Horn et al 1934, Dänzer et al.1938). Er sagte dazu u.a.:

 

Zu den Hauptsymptomen, die bereits vor 1932 veröffentlicht wurden, zählen:

1. Asthenische- oder Erschöpfungssyndrom: Müdigkeit, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit,

Appetitlosigkeit

2. Dystonische kardiovaskuläre Syndrom: Herzrhythmus-Störungen und arterielle Blutdruckstörungen;

3. Dienzephalische Syndrom: Ermüdung, Schlaflosigkeit, Störungen der Sinne.

 

Reiter, R. schrieb 1960: „Von Schliephake (1931 und 1952), vergl. auch Koelsch (1954), wurde mitgeteilt, dass bei anfälligen Personen Symptome einer typischen vegetativen Störung (wie Kopfschmerz, Übelkeit, Schlafstörung, Depressionen) auftreten, wenn sie sich längere zeit in der Nähe elektrisch schlecht abgeschirmter Sender aufhalten. Ähnliche Erscheinungen sind auch bei der Diathermie als „Kurzwellenkater“ bekannt geworden.“

Und : „Schaefer (1946) fasst die Erfahrungen auf diesem Gebiet der Allgemeinwirkung elektromagnetischer Schwingungen auf den Menschen folgendermaßen zusammen: „Bei täglich mehrstündigem Aufenthalt in der Nähe solcher Sender wird von den betreffenden Personen vielfach über Störungen des Wohlbefindens geklagt. die in Übermüdung, Depression, Schlaflosigkeit und ähnlichen Allgemeinbeschwerden bestehen. Diese Symptome sind, wenn auch nach Maß und Zahl nicht zu erfassen, einwandfrei belegt und zweifelsfrei als Allgemeinwirkung des Ultrahochfrequenzfeldes auf den Organismus zu deuten.“

 

Assmann S. schrieb 1963: „So hat E. Schliephake festgestellt, dass sich bei Menschen, die eine Zeitlang in der Nähe von Ultrakurzwellensendern geweilt hatten, ähnlich nervöse Erscheinungen einstellten, wie sie vom Neurastheniker her bekannt sind: starke Benommenheit und Mattigkeit am Tage und unruhiger, mit ausgesprochen Angst- und Schreckzuständen verbundener Schlaf in der Nacht. Dazu kommt oft ein eigenartig ziehendes Gefühl in der Stirn- und Kopfhaut, häufig Kopfschmerzen, die sich zur Unerträglichkeit steigern können, ferner Neigung zu depressiver Stimmung, Aufgeregtheit und Streitsucht. Bei längerem Aufenthalt zeigen sich Trägheit und Entschlussunfähigkeit.“

 

In Osteuropa sind von Gordon in den 50er, 60er, 70er Jahren, zusammen mit anderen Klinik-Teams, sorgfältige Studien an exponierten Bevölkerungsgruppen zur Belastung durch Hochfrequenzfelder durchgeführt worden. Dabei wurden Faktoren wie Lufttemperatur, Feuchte, Geräuschpegel, Licht und Lebensgewohnheiten mitberücksichtigt. Im Moscow Institute of Industrial Hygiene and Occupational Diseases sind seit 1948 in langandauernden klinischen Untersuchungen an mehr als 1000 Personen über 10 Jahre - tlw. gegen Kontrollgruppen getestet - Wirkungen von Hochfrequenz-Feldern untersucht worden und die Ergebnisse in einer Monographie zusammengefasst worden (Gordon, 1966).

Die Ergebnisse an Menschen im low-level-Hochfrequenzfeld beinhalten unter anderem:

 

- Änderung der Blutproteine und des Histamingehalts im Serum,

- Änderung der Enzym-Aktivitäten,

- Funktionsstörungen des Zentralen und des Vegetativen Nervensystems,

- Cardiovaskuläre Störungen,

- Kopfschmerzen,

- Hyperaktivität und innere Unruhe,

- große Müdigkeit und Leistungsschwäche,

- Schlaflosigkeit,

- Schmerzen im Brustbereich,

- EEG-Veränderungen,

- steigende Labilität des Kreislaufs mit Dauer der Exposition,

- steigende Sensibilität zum HF-Feld mit Dauer der Exposition.

 

Eine weitere Monographie zum gleichen Thema wurde von Petrov, 1970 publiziert:

Es werden u.a. beschrieben:

 

- Brustbereich-Schmerzen,

- Kopfschmerzen,

- Neurose-Neigung,

- Schlafstörungen,

- Müdigkeit,

- Herzrhythmusstörungen,

- EEG-Veränderungen,

- Krankheitsgefühl der betroffenen Personen.

Nach Entfernen der Personen aus dem Hochfrequenz-Bereich verschwanden die Schädigungen und Störungen nach einigen Tagen vollständig.

 

Gleiche Ergebnisse durch chronische Einwirkung von schwachen Hochfrequenzfeldern veröffentlichte auch das State Institute of Industrial Hygiene, Polen - so z.B. Psychoneurovegetative Störungen, Chromosomen-Schädigungen, Embryonalstörungen und allgemeine Krankheitserscheinungen (Minecki 1961, 1963, 1964, 1965, 1967).

 

Noch umfangreicher schildert das Warsaw Institute of Aviation Medicine die Situation von organischen Veränderungen von Menschen im Einfluss von Mikrowellensendern. (Baranski 1967, Baranski et al 1966, 1967, 1971). Auch Czerski et al. 1964, Czerski 1972 beschreiben aufgrund eigener Versuche ausführlich das Mikrowellen-Syndrom und die Chromosomen-Schädigung .

 

R. Santini stellte 2004 fest: „Gründe für die Anwendung des Vorsorgeprinzips bei Mobilfunk- Basis-Stationen.“ Meeting Bioelectromagnetic Society

„Biowirkungen von Mikrowellen sind seit mehr als 40 Jahren bekannt und belegt: chronische Mikrowellenexposition ist verantwortlich für das Mikrowellen-Syndrom, auch Radiofrequenz- Krankheit genannt, die in den 1960er Jahren in Forschungsberichten östlicher Länder beschrieben

wurden. Die Mikrowellenexposition ist gekennzeichnet durch ein Schwäche-Syndrom (Müdigkeit, Gereiztheit, Kopfschmerzen, etc), - eine kardiovaskuläres Dysfunktionssyndrom (Bradykardie, Tachykardie, etc), und ein Hirn-Dysfunktionssyndrom (Schlaflosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, etc)“

 

1995 kam laut Santini das National Institute of Research and Safety (INRS) auf Grund einer epidemiologischen Studie der französischen Luftwaffe zu folgendem Schluss: „Den Auswirkungen von Radiofrequenzen liegt eindeutig eine individuelle Sensibilität (Sensitivität) zu Grunde. Bei Individuen, die Frequenzen gleichermaßen ausgesetzt sind, können bei manchen klinische Störungen auftreten, bei anderen nicht.“

 

Soweit Warnke 2005 in seinem historischen Überblick.

 

Dr. Cornelia Waldmann-Selsam (2005) schreibt u.a. in einem offenen Brief an Ministerpräsident Stoiber (Bayern): „Das Ergebnis all dieser ärztlichen Erhebungen lautet: Weit unterhalb der Grenzwerte, die nur thermische Effekte berücksichtigen, erkranken viele Menschen an einem für uns Ärzte neuen Krankheitsbild mit charakteristischer Symptomenkombination. Die Anwohner leiden an einem, mehreren oder vielen der folgenden Symptome: Schlafstörungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Unruhe, Benommenheit, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen, depressive Stimmung, Ohrgeräusche, Hörverlust, Hörsturz, Schwindel, Nasenbluten, Sehstörungen, häufige Infekte, Nebenhöhlenentzündungen, Gelenk- und Gliederschmerzen, Nerven- und Weichteilschmerzen, Taubheitsgefühl, Herzrhythmusstörungen, Blutdruckerhöhung (anfallsweise), Hormonstörungen, Gewichtszunahme, Haarausfall, nächtliches Schwitzen, Übelkeit. Die Ärzteinitiative Bamberger Appell beschreibt die Symptome in einem Brief an Minister Schnappauf  (Bayern) vom 7.Februar 2006 ausführlich - von Oktober 2004 bis Januar 2006 wurden bei über 900 Personen an 184 Mobilfunkstandorten zu Hause oder am Arbeitsplatz Befragungen und Messungen durchgeführt.