Aus: Andras Varga, Elektrosmog, Molekularbiologischer
Nachweis über die biologische Wirkung elektromagnetischer Felder und Strahlen,
Eine wissenschaftliche Dokumentation, Eigenverlag; telefonische Bestellung
über: 06224/10733
Fettdruck durch IBK.
Die Versuche mit Hühnerembryonen kamen aus öffentlichen und
wissenschaftlichem Interesse zustande.
Eine Vielzahl von schwangeren Frauen hat an uns die Frage
gestellt, ob ihre Nachkommen durch die elektromagnetischen Streufelder, denen
sie am Arbeitsplatz ausgesetzt sind, beschädigt werden. Eine Antwort hatten wir
nicht parat. Wir wollten diese Frage erst untersuchen und dann die Ergebnisse
bekanntgeben. Auf meine Anregung hat der geschäftsführende Institutsdirektor am
26.05.1989 den Antrag auf Genehmigung dieses genehmigungspflichtigen
Versuchsvorhabens an das Regierungspräsidium Karlsruhe, durch den
Tierschutzbeauftragten der Universität und durch das staatliche Veterinäramt
Heidelberg, gestellt. Die Genehmigung wurde am 13.09.1989 erteilt.
Die Skizze von der Meßanordnung (Abb. 99) sowie die
Ergebnisse mehrjähriger Versuche mit 1500 befruchteten Hühnereiern unter
hochfrequenten elektromagnetischen Strahlen sind in der Tabelle 20 zusammengefaßt.

Die Meßanordnung ist so aufgebaut, daß keine Quelle für
elektromagnetische Streufelder entstehen kann. Der Brutkasten aus Holz ( 1,2 x
1,2 x 1,5m) war mit Pyramidenabsorberplatten (P-500) ausgelegt (Abb. 99).
Die Heizung erfolgte nicht elektrisch sondern durch einen
Warmwasserschlauch aus einem 3m entfernten Thermostaten. Der Schrank hatte
einen oberen und einen unteren Teil mit einer perforierten, speziell geteilten
Holzplatte, wodurch die klimatisierte Raumluft aus der 3m entfernten
Klimakammer durchströmen und homogenisiert werden konnte.
In der Mitte der Trennplatte ist eine Drehscheibe befestigt,
die mit den Eiern so rotiert, daß sie 15 sec. lang unter Strahlen und 45 sec.
pausiert (gekühlt) wurden, sodaß die Bestrahlung an einem Tag insgesamt 6
Stunden betrug. Die Eier wurden deshalb gewählt, weil sie vom Mutterleib nicht
"abgeschirmt" und durch den Kreislauf , d.h. Stoffwechsel und
Informationsfluß des Muttertieres nicht beeinflusst werden konnten
(extracorporal). Der befruchtete, frische Eiersatz wurde ständig von dem selben
Bauernhof geholt und hatte die gleiche Farbe und Größe. Die Eier wurden während
der Inkubationszeit täglich zweimal gedreht und jeweils 5 min in der Raumluft
ruhen gelassen (Atmung, Kühlung). Die Eier wurden auf einer schmalen, begrenzten
Fläche der Drehscheibe mit einem Strahlenpaket von 1,25 GHz mit 1 kHz moduliert
und mit einer Spiralantenne bestrahlt, und zwar nur in den ersten fünf
Bruttagen, in welchen die Nervenleitungen und Blutbahnen noch nicht ausgebildet
waren.
Die Versuche wurden in 8 Kategorien, mit je 180 Eiern,
durchgeführt. Die Kontrolle (K) wurde abwechselnd mit (P) in derselben
Anordnung durchgeführt, nur ohne Bestrahlung. Sie erfolgte mit 0,1 mW/cm2
bis 3 mW/cm2. Die Ergebnisse sind in Tabelle 20 zusammengestellt.

Das Ergebnis zeigt, daß der heute in Deutschland zulässige
Grenzwert von 2,50 mW/cm2 (30 MHz - 3 GHz) für Hühnerembryos tödlich
ist. Der Grenzwert zwischen "Leben und Tod" bei 1,25 GHz liegt etwa
bei 0,5 - 1,0 mW/cm2 (Abb. 100). In dieser Spalte entstehen
Mißbildungen.
Natürlich kann dieser Effekt nicht ohne weiteres auf
Menschenembryos im Mutterleib übertragen werden, aber die hochfrequenten
Strahlen sind nicht so "klug", daß sie zwischen menschlichen und
Hühnerembryos unterscheiden könnten.

Wenn wir den in der Biologie üblichen Sicherheitsfaktor 10
nehmen, dann kommen wir interessanterweise auf einen Grenzwert von etwa 0,1
mW/cm2, was in den Ostländern schon praktiziert wird.
Mißbildungen bei Hühnerembryonen unter EM - Feldern

Abb. 101 Zeigt das Ausschlüpfen lebhafter, gesunder Küken
aus nichtbehandelten Kontrolleiern

Abb. 102 Zeigt typische Mißbildungen bei einem Küken, das
als Embryo mit 0,9 mW/cm2 - 1,25 GHz moduliert mit 1kHz EM - Feld
bestrahlt worden ist.

Abb. 103 Zeigt den anormalen Brustkorb und die gespreizten
Füße des Embryos, der mit 0,9 mW/cm2 - 1,25 GHz moduliert mit 1kHz
EM - Feld bestrahlt worden ist.

Abb. 104 Zeigt den verdrehten Schnabel, eine typische
Mißbildung bei Küken, deren Embryos mit 0,9 mW/cm2 - 1,25 GHz
moduliert mit 1kHz EM - Feld bestrahlt worden sind.

Abb. 105 Zeigt eine weitere typische Mißbildung: defekte
oder fehlende Augen bei Küken, deren Embryos mit 0,9 mW/cm2 - 1,25
GHz moduliert mit 1kHz EM - Feld bestrahlt worden sind.
Aus den wiederholten Messungen kann man die Schlußfolgerung
ziehen, daß durch Polarisation eines elektrischen Feldes die Mißbildungshäufigkeit
bei Füßen, durch ein elektrisches Wechselfeld wiederum in Kopfgegend (Augen,
Schnabel) des Embryos hervorgerufen wird.
Mit diesen Ergebnissen wird die Richtigkeit der Studien von
Juutilainen et al. (1986) [18] bestätigt, wonach die Hühnerembryonen durch
elektromagnetische Felder benachteiligt werden können.
[18]Juutilainen J. und Saali
K.: 1986, Developement of chick-embryos in 1Hz to 100kHz magnetic fields, Rad. Environ.
biophysic 25: 135 - 140.