Dr. Birgit Stöcker vom Verein für Elektrosensible in München unterscheidet hier vier verschiedene Begriffe:
Direkte und verstärkte Wahrnehmung von elektromagnetischen Feldern aufgrund neurologischer/neuropathischer Vorschäden
In einem Zusammenhang von EMF- Belastung und unspezifischen Symptomen, wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Nervosität, innerer Unruhe, chronischer Müdigkeit, Antriebsarmut, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Verspannungen, Blutdruckabweichungen, Herzrhythmusstörungen, Atembeschwerden, Augenschwäche, Ohrgeräusche (Tinnitus). Da diese Beschwerden nach Abschalten der elektromagnetischen Quelle zurückgehen, spricht man von einem Frühwarnsystem des Körpers, welches nicht unterschätzt werden darf (Stress-Syndrom)
Als abweichende Reaktion des Organismus gegenüber EMF
mit einem hohen ursächlichen Anteil an den Zivilisationserkrankungen der Moderne. Dazu zählen: Veränderungen im Nerven- und Hormonsystem, Herz-/Kreislauf-Effekte, Wirkungen auf die Immunität, Störungen des Eiweiß-, Fett-, Kohlenhydrat- und Mineralstoffwechsels, Zellvermehrung (Krebs) sowie genetische Folgen. Eine solche Strahlenkrankheit ist in der Regel irreversibel, sie tritt nicht nur bei Elektroempfindlichen auf, sondern kann, ohne dass die Belastung spürbar ist, alle in der Gesellschaft treffen. Die medizinischen Zusammenhänge sind oft schwer zu erkennen, da es sich bei Umwelt-/Zivilisationserkrankungen in der Regel um einen Synergismus von Vielfachbelastungen handelt, mit gegenseitiger Beeinflussung sowie potenzierender, u.U. neuartiger Wirkung. Dabei beobachtet man einen Circulus vitiosus von Elektrizität – Schwermetallen – chemischen Substanzen – Allergenen – Pilzen , Viren, Bakterien, Parasiten – sowie natürlichen Reizzonen. Durch unsere hoch technologisierte Lebensweise rückt vor allem die Elektrizität mehr und mehr in den Vordergrund der Belastungen.
Elektro-Sensibilität im Sinne der Begriffe zwei bis vier ist der Endpunkt einer chronischen Überbelastung über einen längeren Zeitraum. An Elektro-Sensibilität leiden etwa sechs bis sieben Prozent der Bevölkerung mit stark steigender Tendenz. Manche Autoren, wie Dr. Oberfeld sprechen von schon bis zu 20% der Bevölkerung.
Dr. Wolfgang Hingst beschreibt in seinem Buch ‚Handy-Fieber’
auf Seite 8/9 einen weiteren Aspekt es heißt dort u.a.: „ Man versucht die
Betroffenen ins ‚psychische Eck’ – sprich zum Psychiater- abzuschieben. Alles
nur Einbildung, ist die Devise. Angst mache eben auch krank. Man stützt sich
dabei auf ‚Experten’, die die Forschungsergebnisse der letzten Jahre offenbar
verschlafen haben, etwa der österreichische Sozialmediziner Michael Kunze- er
führt z.B. Schlafstörungen und andere gravierende Gesundheitsprobleme von
Betroffenen auf ‚Stress,
ausgelöst durch teilweise unbegründete Angst vor den Sendeanlagen’,
zurück.“ Hingst berichtet auf
Seite 160 : „Aus einer beigelegten Sachverhaltsdarstellung geht unter anderem
hervor, dass die Mieter (Anm.: Bruno Kreisky-Hof, Wien 17) schon von der ersten
Sitzung des medizinischen Arbeitskreises ‚entsetzt und enttäuscht’ waren, Professor
Schobersberger, unterstützt von Professor Kunze, zur Lösung ihrer Gesundheitsprobleme ein Programm
aus Entspannungsübungen und positiver psychischer Selbstbeeinflussung durch
Meditation bis hin zum Rosenkranzbeten (!) empfahl“.
Hingst weiter: „Was sich da wohl der Namensgeber der Wohnhausanlage, Bruno Kreisky, gedacht haben würde, hätte er das noch erlebt? Vielleicht hätte er gesagt: „Schauen Sie, auch Universitätsprofessoren sind nur Menschen.“
Hans-Ulrich Jakob, Präsident der Schweizerischen Interessengemeinschaft Elektrosmog-Betroffener schreibt in der Broschüre ‚Problemfall Mobilfunk Schweiz’ auf Seite 12 unter: ‚Fakten und Zahlen zur Mobilkommunikation’ u.a. : „Innerhalb von 5 Jahren hat sich die Zahl der Handys verzehnfacht. Wieso diese extrem schnelle Ausbreitung? Wie beim Drogenhandel ist der Einstieg gratis. Millionenfach werden Handys verschenkt. Erst wenn die Leute einmal süchtig sind, wird kräftig abkassiert.“ ... und weiter unten schreibt er: „Wie es zur Zeit aussieht, heißt die Endlösung für diese Bevölkerungsgruppe (Anm.: Elektrosensible) ‚Psychiatrische Anstalt’. In den letzten 10 Jahren hat sich die Anzahl der Psychiatriepatienten auf das 2,6 – Fache gesteigert ....“
Und wie sieht es gegenwärtig in Österreich aus? Der Wiener Psychiater und
Psychotherapeut Dr. Stephan Rudas stellte aus Anlass des Welttages für
psychische Gesundheit (10. Oktober 2004) dazu fest: „Jeder vierte Mensch wird im Laufe seines Lebens
zumindest einmal ernsthaft psychisch krank. Für Österreich müsse von folgenden
Zahlen ausgegangen werden:
Was noch hinzu kommt: In Österreich leben rund
330.000 Alkoholkranke. Etwa 100.000 Menschen dürften von Medikamentenmissbrauch
bzw. -abhängigkeit betroffen sein.“ Also gesamt über eine Million Österreicher!
Weiter stellte Rudas fest: „Während die
Zahl schizophrener Erkrankungen im Laufe der Zeit gleich bleibend ist, nimmt die Zahl der depressiven
Erkrankungen, der Angstkrankheiten und der Demenzerkrankungen zu.“
In Österreich gibt es etwa sechs Millionen
Handyuser mit mehr als acht Millionen SIM – Karten, d.h. viele die mehr als ein
Handy verwenden, die jährlich drei Millionen neue Handys kaufen, das Handy als
Wegwerfartikel. In der Altersgruppe bis 29 Jahre
ist die Handy-Nutzung bei Männern und Frauen am höchsten.
Claudia Richter (Die Presse) schreibt u.a.: „Die Zahl der Krankenstandstage
infolge seelischer Störungen ist bei den 15- bis 29-Jährigen um 70 bis 90 Prozent gewachsen.
Schriller klingender Alarmglocken bedarf es eigentlich nicht mehr!“
Eine Hamburger Gesundheitsstudie im Auftrag des Stern ergab bei Kindern zwischen 4 bis 18 Jahren:
46,4 % Konzentrationsprobleme
27,6 % Verwirrtheit /Zerstreutheit
4,9 % Denken über Freitod nach
10,0 % ständige Kopfschmerzen
5,4 % ständige Müdigkeit
19,7 % Allergien
Dr. Salford stellte fest: „Mit dieser Studie (Schädigung
von Nervenzellen im Hirn - Öffnung der Blut-Hirn-Schranke von Säugetieren nach
Exposition gegenüber GSM Handy-Strahlung - Leif G. Salford, et al.: Lund
Universität, Schweden, 29.01.2003) legen wir zum ersten Mal Beweise vor, dass athermische
Mikrowellen-Exposition Neuronenschäden verursachen. Wir können nicht
ausschließen, dass eine ganze Generation von Nutzern nach jahrelanger häufiger
Nutzung bereits im mittleren Alter unter negativen Effekten leiden könnte.“
Für
die Psychotherapeutin Dr. Christine Aschermann ergaben sich ab Ende 1997 vollkommen
neue Krankheitsbilder in ihrer Praxis. Im Jahre 1998 kamen 18 Patienten, die
körperlich sehr krank wirkten, ohne die Ursachen zu kennen. Christine
Aschermann wusste damals auch noch nichts vom Mobilfunk. Sie fragte bei den
Gesundheitsbehörden nach, bekam aber keine Hilfestellung. Dies stellte sie in
einem Referat während des 1. Bamberger Symposiums am 29.Jänner 2005 fest.
Erst
nach und nach kam sie auf den Mobilfunk als Störquelle. Sie konnte schließlich
die Patienten nach Regionen einteilen, die mehr oder weniger bestrahlt wurden.
Dr.
Aschermann berichtete von folgenden Symptomen: Fehlleistungen, Vergesslichkeit, Wortfindungsprobleme,
Gelenkschwellungen, wirr
im Kopf, ausrasten, manische Phasen, Depression, Ängste und Unruhe, zappeln und
Grimassen schneiden, Potenzstörungen, Thrombose des Augennervs,
Tinnitus. Einige Patienten hatten starre, glänzende Augen, andere ein
geschwollenes Gesicht.
Der
Pathologe Prof.
Karl Hecht
wies in seinem Referat während des 1. Bamberger Symposiums 2005 insbesondere
auf die Bedeutung der Einwirkdauer von EMF hin. In den ersten 5 bis 30 Minuten
passiert nichts bzw. ergibt sich sogar eine Zustandsverbesserung. Erst ab 30
Minuten sind negative Einflüsse erkennbar. Es ist deshalb irreführend, wenn in
Studien nur eine kurzzeitige Bestrahlung der Probanden vorgenommen wird um
daraus Schlüsse zu ziehen. Hecht untersuchte jahrelang Patienten mit
chronischen Schlafstörungen, die durch Stressoren wie Lärm oder EMF ausgelöst
werden können. Er erkannte folgende Sekundärfolgen von Schlafstörungen:
·
Diabetes mellitus
·
Hypertonie
·
Herzattacken
·
Schlaganfall
·
maligne Tumore
·
Asthma, Bronchitis
·
Depressionen
Siehe dazu auch mein Artikel: Handyabhängigkeit und Wirkungsweise von EMF
auf biologische Systeme