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Mikrowellengeschädigte Pfingstrose

Mikrowellengeschädigte Pfingstrose

Die Mikrowellen der Mobilfunk- Sender breiten sich nicht gleichmäßig in der Umgebung aus. Sie sind gerichtet und die Sendekeulen im Winkel von 6 - 8 Grad auf den Boden geneigt. Das Immissionsmaximum liegt zwischen 150 und 250m. Aber auch innerhalb der Sendekeulen gibt es keine gleichmäßig von der Quelle abnehmende Strahlung, sondern durch Reflexionen etc. bilden sich sogenannte punktuelle Konzentrationen aus. Im Bereich dieser Konzentrationen finden sich dann dosisabhängig Schäden an einigen Stauden und Sträuchern, wie die Abbildungen zeigen. Die Messungen haben hier Werte bis 2000µW/m² (Leistungsflußdichte) ergeben.

1992 wurden bei dem österreichischen Kurzwellensender Moosbrunn aufgrund von Beschwerden der Anwohnergemeinden neben Befragungen und medizinischen Untersuchungen auch ein pflanzenbiologisches Experiment durchgeführt: In der Nähe der Antennen wurden in geschirmten und ungeschirmten Behältern Tradescantia Pflanzen aufgestellt. Untersucht wurde die Auswirkung der HF-Felder auf die sehr sensiblen Zellteilungsprozesse. Beobachtet wird dies an den Pollen (Mutterzellen) der Knospen, die sich in der frühen Teilungsphase der Meiose (Reifungsteilung) befinden. Umweltbelastungen führen bei diesen Zellen zu Fehlern in der Chromosomenaufteilung und zur Bildung von mikroskopisch beobachtbaren sog. Kleinkernen. Diese Erbschäden kommen dann in den folgenden Generationen zum Tragen. Diese Testmethode mit Tradescantia-Pflanzen ist vor allem für Umweltgifte sehr gut erprobt und u. a. in den USA als Standardnachweismethode anerkannt. In Moosbrunn wurden bei Feldstärken im Bereich heute verwendeter Grenzwerte (60 bis 100 V/m) signifikante Erhöhungen dieser Chromosomenveränderungen gefunden. Für die beobachteten Effekte kommen thermische Wirkungen nicht in Frage.

Paris, den 9. März 2007 - Ein Forscher-Team der Universität von Clermont-Ferrand (F), die im Rahmen eines im Juli 2004 gestarteten Forschungsprogramms des Ministeriums für Forschung arbeitete, hat jetzt die Wirkungen der Bestrahlung durch die elektromagnetischen Felder von 900 MHz (die hauptsächlichste beim Mobilfunk verwendete Frequenz) auf die genetische Funktionsabwicklung bei den Pflanzen (Tomaten) aufgedeckt. Die Forscher haben bewiesen, dass bei Feldstärken von 5 V/m, die sehr viel niedriger liegen als die derzeitigen offiziellen Normwerte (41 V/m, bzw. mehr je nach der verwendeten Frequenz), und bei einer nur kurzen Bestrahlung (5 - 15 Minuten), biochemische Wirkungen auftreten wie die, die bei einem Schock oder einer Verwundung festzustellen sind. Die Ergebnisse dieser Forschung "zeigen eindeutig einen Zusammenhang zwischen diesen elektromagnetischen Ausstrahlungen und einer sofortigen physiologischen Antwort, wobei jeder Zweifel von einem eventuellen Einfluss externer Faktoren außerhalb des Versuchs oder schwer bewertbarer subjektiver Parameter auszuschließen sind".

Literatur

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