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Die Rolle des Forum Mobilkommunikation (FMK) – kritisch beleuchtet

 

W.Hingst berichtet in seinem Buch ‚Handy-Fieber’ auf Seite 199 über Feststellungen der 1999 zuständigen Ministerin Barbara Prammer (SPÖ) : „Das Forum Mobilkommunikation (FMK) sei eingerichtet worden, um Sendemasten ohne Komplikationen im Einvernehmen mit der Bevölkerung aufstellen zu lassen. Das FMK habe dort aktiv zu werden, wo es Schwierigkeiten gibt. Wo es möglich sei, würden Antennen verlegt. Es könnten aber nicht immer alle Bedürfnisse befriedigt werden, irgendwann müsse man einen Punkt setzen. Die Bevölkerung habe nur ein Anhörungs-, kein Durchführungsrecht. Im übrigen sei dies alles keine Frage des Konsumentenschutzes. Dem unterlägen nur Handys (Zulassung, Zertifikat, Normung), und da sei alles in Ordnung.

Eine ganz typische Aussage mit zahlreichen Alibi- und Schutzbehauptungen. Es wird eine teure Institution – das FMK – eingerichtet, um mit den Bürgern zu reden, aber zu reden haben die gar nichts! Die Praxis hat gezeigt, dass Gespräche überhaupt erst aufgenommen wurden, als schon tausende Sender in Betrieb gegangen waren. Das Telekommunikationsgesetz hat jede Mitsprache der Bürger, Landesregierungen und Gemeinden abgeschnitten. Die Gespräche sind also zum Krenreiben, sprich: für die Katz’. Das Ergebnis steht von vornherein fest: Der Sender wird errichtet.“ Soweit das Zitat.

 

Das Forum Mobilkommunikation (FMK) ist die Brancheninitiative aller österreichischen Mobilfunkbetreiber, der Mobilfunkindustrie und des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI). Seit Mai 2001 hat Mag. Thomas Barmüller*) die Funktion des Geschäftsführers übernommen, der als Abgeordneter zum Nationalrat (zuerst FPÖ und dann Liberales Forum) an der Entwicklung des Telekommunikationsgesetzes mitgearbeitet hatte.

 

Wie das FMK argumentiert sollen einige Beispiele verdeutlichen:

 

 

"Es gibt nicht einmal einen Hinweis, dass irgendeine Krankheit auf dieser Welt von der Mobilfunktechnologie ausgeht", will Thomas Faast vom Forum Mobilkommunikation (FMK) klarstellen.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                     Wartezimmer-Plakat der Wiener Ärztekammer

 

 

 

 

Das sehen die Österreichische Ärztekammer, die Wiener Ärztekammer, der Oberste Sanitätsrat Österreichs und das Gesundheitsministerium anders und haben Warnungen veröffentlicht!

 

Wartezimmer-Plakat der Wiener Ärztekammer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dr. Gerd Oberfeld referierte am 15. Dezember 2003 um 19 Uhr im Villacher Paracelsussaal zum Thema ‚Mobilfunk und Gesundheit’.

 

 Thomas Barmüller, vom FMK sagte in der anschließenden Podiumsdiskussion:

„Die WHO und die Internationale Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) kommen zum Schluss, dass bei Einhaltung der international anerkannten Grenzwertempfehlungen weder eine gesundheitliche Beeinträchtigung noch eine Beeinflussung des Allgemeinbefindens durch den Mobilfunk gegeben sind.“  Dazu ist zu ergänzen, dass die ICNIRP ein gemeinnütziger Verein ist, eingetragen beim Amtsgericht München, der aus Mitgliedern besteht, in der Mehrzahl Physiker und Techniker, die für die Industrie arbeiten. Näheres dazu im Gerichtsgutachten von Dr.med. Hans-Christoph Scheiner, München: ICNIRP ALS „MOGELPACKUNG

 

 

Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz weist im Internet und einer neuen Broschüre darauf hin, dass drei Viertel der getesteten Handys für Kinder und Jugendliche nicht zu empfehlen seien.

 

Thomas Faast, FMK -Pressesprecher entgegnet: „Das ist eine sehr extreme Position, da stellt’s einem die Haare auf.“ Der Grenzwert der Welt-Gesundheitsorganisation liege bei zwei Watt pro Kilo und gelte auch in Österreich. „Damit sind auch Kinder oder Schwangere selbst dann noch geschützt, wenn sie rund um die Uhr nur telefonieren.“, so Faast. Der SAR-Wert sei eine maximale Leistung  bei großer Entfernung zum nächsten Sender. „Entscheidend ist die Netzqualität, völlig egal, was als SAR-Wert am Handy stehen würde“, Das deutsche BfS unterstehe direkt dem grünen Umweltminister Jürgen Trittin und sei zu radikal.

 

e Bäume funken ...

Die 2700 dafür nötigen Funkanlagen will aber niemand sehen, schon gar nicht in der Nähe des eigenen Wohnsitzes. Die Angst vor elektromagnetischen Strahlen (Elektro-Smog) ist noch groß“, erklärt Thomas Faast, Pressesprecher des Forum Mobilkommunikation.

 

 

In Österreich wurde jüngst eine Erhebung von Mobilfunkimmissionen in der Steiermark der Öffentlichkeit präsentiert. Über drei Jahre hinweg wurde im Umfeld von Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und Altersheimen gemessen. Dabei lag der höchste gemessene Wert im Frequenzband 900 MHz lediglich bei 0,00125 Watt/m² Leistungsflussdichte, das ist um das 3.600fache niedriger als der in Österreich geltende Grenzwert von 4,5 Watt/m². Dazu FMK-Pressesprecher Thomas Faast: "Dass die gemessenen Werte die geltenden Grenzwerte nur zu so einem geringen Teil ausschöpfen, ist kein Argument dafür, dass diese Grenzwerte zu hoch angesetzt sind. Denn diese wurden nach nachvollziehbaren wissenschaftlichen Kriterien erarbeitet. Die jetzt in mehreren Messreihen gewonnenen Ergebnisse sind deshalb äußerst positiv zu bewerten und machen uns noch sicherer, dass von Mobilfunk keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen ausgehen - umso mehr, als die geltenden Grenzwerte darüber hinaus noch einen 50fachen Sicherheitsfaktor enthalten."

 

 

Wiener Grenzwert nicht einhaltbar

 

In ganz Österreich würde ein Grenzwert von 10.000 mW/m² gelten, meinte dazu Thomas Faast vom „Forum Mobilkommunikation“, der Brancheninitiative der Mobilfunkbetreiber, der Mobilfunkindustrie und des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie. Dieser sei von der Weltgesundheitsagentur (WHO) festgelegt worden. „Müssten wir den Wiener Wert einhalten, gäbe es kein flächendeckendes UMTS-Mobilnetz in Wien“, stellte Faast klar. Der Wiener Wert von zehn mW/m² sei mit den Betreibern nicht abgesprochen, sondern „aufoktroyiert“ worden.

 

 

„Die Ergebnisse einer neuen Studie zeigen weltweit erstmals, dass die Einstrahlung einer Mobilfunksendeanlage (GSM 900/1800 MHz) in etwa 80 Metern Entfernung zu signifikanten Veränderungen unterschiedlicher EEG-Parameter führt. Die gemessenen Veränderungen der Gehirnströme sind mit verschiedenen vegetativen und zentralnervösen Störungen, über die die Probanden berichteten, in Zusammenhang zu bringen.“ Dies sagte der Salzburger Umweltmediziner Dr. Gerd Oberfeld vom Referat „Gesundheit, Hygiene und Umweltmedizin“ des Landes mit. In einer interdisziplinären Arbeitsgruppe bestehend aus Dr. med. univ. Gerd Oberfeld, Umweltmediziner des Landes Salzburg (Studienleiter), Dr. Hannes Schimke (EEG-Brainmapping / Psychophysiologie / Statistik) und Univ. Prof. Dr. Günther Bernatzky (Arbeitsgruppe für Neurodynamics und Neurosignalling der Universität Salzburg) wurde ein innovatives Studiendesign dazu erstellt. Unterstützt wurde die neurophysiologische EEG-Befundung durch Dr. med. univ. Gernot Luthringshausen, Neurologe/EEG.

In der ORF-Sendung „Thema“ vom 25. April 2005 21h ORF2 stellte Herr Mag.Thomas Barmüller vom FMK u.a. dazu fest: „Ich kenne diese Untersuchungen von Herrn Dr. Oberfeld nicht, ich wäre ihnen dankbar wenn sie mir sagen würden wo er sie publiziert hat und wer diese Studie auch reproduziert hat, denn ich glaube nicht gerade wenn es um Messung von Gehirnströmen geht .... , dass ein Beamter der Landesregierung Salzburg der Geeignete ist solche Messungen durchzuführen ...)

 

 

In einer Presseaussendung vom 3. Februar 2006 wird Herr Mag.Thomas Barmüller vom FMK zur am 1. August 2005 einstimmig im Fachnormenausschuss beschlossenen Vornorm ÖVE/ÖNORM E 8850 (0 – 300GHz) mit folgenden Sätzen zitiert: „Diese Entwicklung ist deshalb richtungsweisend, weil in die Normungserstellung auch die Bundesärztekammer und Kritiker des Mobilfunks eingebunden waren.“ und „Die ÖNORM legt bundesweit klar, dass die Werte der WHO auch in ganz Österreich verbindlich sind. Regionale politische Forderungen nach Grenzwertsenkungen sind damit nach jahrelangen Diskussionen eindeutig beantwortet.“  Dr. med. univ. Gerd Oberfeld stellte das richtig: „Die Österreichische Ärztekammer ist im übergeordneten Fachnormenausschuss nicht vertreten und konnte den Beschluss nicht verhindern!“ Mag. Bernhard Carl, Gemeinderat der Stadt Salzburg kommentierte: „Barmüller vom Forum Mobilkommunikation führt ÖsterreicherInnen an der Nase herum. Angebliche Grenzwertnorm als Ente enttarnt. Weiterhin nur Vornorm und das aus gutem Grund. Salzburger Vorsorgewert muss österreichweit verbindlich werden.“

 

·        Presseaussendung des FMK vom 24.Februar 2006

 

In einer Presseausendung vom 24.Februar 2006 ist zu lesen: „Erkenntnisse der EPROS-Studie lassen Menschen beruhigt schlafen. Die Ergebnisse sind laut Studienleiter Dr. Leitgeb eindeutig: Wurden die 29 schwerwiegendsten Fälle über ein Jahr lang untersucht und insgesamt 261 Nächte analysiert: Jene Personen, die im Umkreis von Sendestationen wohnen und sich von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern in ihrem Schlaf beträchtlich gestört fühlen.

Keine belastbaren Beweise für Schlafstörungen durch elektromagnetische Felder (sogenannter Elektrosmog)

 - Die elektromagnetischen Felder lagen weit unter den Grenzwerten

 - Hauptquelle der gemessenen elektromagnetischen Felder war der Rundfunk

 - Bei jeder vierten Messung gab es eine Beeinflussung durch Handytelefonierer aus der näheren Umgebung

 - Der Glaube an die Wirkung der Abschirmung brachte bereits eine deutliche Schlafverbesserung

-         In der Kernaussage der Studie zeigt sich, dass keine Schlafstörungen durch elektromagnetische Felder hervorgerufen werden.“

 

Beim Studienleiter Prof. DI Dr.Leitgeb handelt es sich um einen Techniker und keinen Mediziner! An nur 29 ausgesuchten Patienten von 500 die sich gemeldet hatten sollen die Studien von Santini et al.(2001, 2002, 2003) mit 530 Probanden, Navarro et al.(2003) mit  101 Probanden  und die Beobachtungen von Ärzten der Ärzteinitiative Bamberger Appell (2006) an 900 Patienten widerlegt werden, die Schlafstörungen als eines der Symptome bei Mobilfunkimmission gefunden haben. Nach Untersuchungen von Mann et al. (1996,1998) und Wagner et al. (1998) kommt es unter dem Einfluss von niederfrequent gepulsten EMF mit 900 MHz zu einer signifikanten Verkürzung der REM-Schlafphase (von 17 auf 14%) ( Mikrowellensyndrom ). Die Untersuchungen von Dr.Leitgeb wurden nicht in einem Schlaflabor, sondern bei den ausgesuchten Probanden privat durchgeführt. EEG, EKG, EOG wurden dabei als objektive Schlafqualitätsparameter ermittelt! Auch die Behauptung, dass es sich bei der Hauptquelle der gemessenen EMF um den Rundfunk handelt ist unglaubwürdig, das zeigen Messergebnisse von mir, in Deutschland und in der Schweiz. In einem Ergebnisprotokoll gez. Univ-Prof. Dr.N.Leitgeb steht z.B.: „Der Anteil des Mobilfunks an der Gesamt-Immission betrug nur 3%, wesentlich stärker war der UKW-Anteil mit 17,6%.  Nichts wird dort über die restlichen rund 80% EMF -Anteile ausgesagt. Messungen in Deutschland haben ergeben, dass mindestens 80% der hochfrequenten Einstrahlung auf  gepulste Mobilfunkdienste zurückgehen. Rundfunk-, Fernseh- und andere Funkdienste sind dagegen von geringerer Bedeutung! Unter dem Titel „Erneuter Schwindel im Anzug“ wird die Immission von 4 UKW-Sendern, 1.2km entfernt 250m höher gelegen. Gesamtbelastung am Messort durch UKW = 0.095V/m (Volt pro Meter), 8 VHF-Sendern (Fernsehen) 1.2km entfernt 250m höher gelegen. Gesamtbelastung am Messort durch VHF = 0.043V/m (Volt pro Meter), einem UHF-Sender (Fernsehen) 1.2km entfernt 250m höher gelegen. Gesamtbelastung am Messort durch UHF = 0.036V/m (Volt pro Meter) mit einem Mobilfunksender 900MHz, 200Watt ERP, 100m entfernt auf gleicher Höhe. Belastung am Messort 0.9V/m (Volt pro Meter) und einem Mobilfunksender 1800MHz, 300Watt ERP, 100m entfernt auf gleicher Höhe. Belastung am Messort 1.5V/m (Volt pro Meter) als Beispiel angegeben. Die Gesamtbelastung am Messort durch Mobilfunk betrug während der Messung 1.79V/m. Bei Voll-Auslastung der Sender kann die Belastung durch Mobilfunk bis auf 3.55V/m ansteigen. Die Anteile Nicht-Mobilfunk liegen also immer unter 5%. Das ist auch andernorts so. Eher mit noch krasseren Unterschieden. Der Anteil Nicht-Mobilfunk kann bis auf 0.5% zurückgehen.
 

 

 

 

 

*)Biographie von Mag. Thomas Barmüller

 

Geb.: 12.08.1964, Wagna (Steiermark)
Jurist

Volksschule, Bundesrealgymnasium (Matura 1983), Studium der Rechtswissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz (Mag. iur. 1990), Doktoratsstudium seit 1990; Präsenzdienst 1991.

Rechtspraktikant 1990–1991, Rechtsanwaltsanwärter 1992–1993 sowie 1995–1996.

Mitglied des Gemeinderates in St. Veit am Vogau 1990–1993, Mitglied des Klubs der FPÖ 5.11.1990–3.2.1993, Mitglied des Klubs Liberales Forum seit 4.2.1993, Landessprecher des Liberalen Forums Steiermark 1993–1995, Mitglied des Landespräsidiums des Liberalen Forums Steiermark 1993–1997, Mitglied des Landesforums des Liberalen Forums Steiermark seit 1993.

Verkehrs-, Umwelt- und Landwirtschaftssprecher des Liberalen Forums im Nationalrat.

Abg. zum Nationalrat (XVIII. GP)

FPÖ

5.

11.

1990–

3.

2.

1993

 

Abg. zum Nationalrat (XVIII.–XX. GP)

L

4.

2.

1993–

28.

10.

1999

 

 

 

 

 

 

 

Der Präsident der Schweizerischen Interessengemeinschaft Elektrosmog-Betroffener H.-U. Jakob schreibt auf Seite 9 seiner Broschüre ‚Problemfall Mobilfunk Schweiz’: „Mediziner verstehen kaum etwas von Technik, Techniker verstehen kaum etwas von Medizin. Politik und Justiz verstehen von beidem nichts, deshalb verlassen sie sich völlig blauäugig auf die Angaben der interessierten Industrie".