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Elektromagnetische Felder (EMF) führen nach einer Reihe von Wissenschaftlern zu einem Anstieg neurodegenerativer Erkrankungen

 

Morbus Alzheimer

 

Nach dem Neurologen Alois Alzheimer (1864-1915) benannte Krankheit, bei der fortschreitend Hirnareale zerstört werden. Erstmals wurde diese Krankheit 1906 dokumentiert, als der Würzburger Nervenarzt Alois Alzheimer über seine Patientin Auguste Deter notierte: "Eine Frau von 51 Jahren zeigte als erste auffällige Krankheitserscheinung Eifersuchtsideen gegen den Mann. Bald machte sich eine rasch zunehmende Gedächtnisschwäche bemerkbar, sie fand sich in ihrer Wohnung nicht mehr zurecht, schleppte Gegenstände hin und her, versteckte sie, zuweilen glaubte sie, man wolle sie umbringen und begann, laut zu schreien." Als Auguste Deter fünf Jahre später starb, untersuchte Alzheimer deren Gehirn und fand darin steinharte Ablagerungen, die so genannten Plaques. Es wurde aber später vermutet, dass diese keinen Morbus Alzheimer hatte, sondern erst der zweite von Alzheimer dokumentierte Fall, der Taglöhner Johann Feigl. Graeber  et al., 1999 schreiben: „It has indeed been suggested that Johann Feigl was the first patient to be correctly diagnosed with Alzheimer disease (ScienceNOW, 1997). This view would be in line with the fact that the autopsy report of Johann Feigl became part of Alzheimer’s only review of the disease (Alzheimer, 1911) which was submitted just three months after the patients death.”

In Österreich leiden rund 75.000 Menschen an ihr, Tendenz steigend; Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die Alzheimer-Krankheit tritt bevorzugt zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf.

Der Krankheitsverlauf beginnt mit zunehmender Störung vor allem des Kurzzeitgedächtnisses, körperlicher Unruhe, Orientierungsstörungen, Wahrnehmungsstörungen und unsinnigen Handlungen. Das körpereigene Apoprotein E scheint für den Ausbruch der Alzheimer-Krankheit verantwortlich zu sein. Ein auf dem Chromosom 19 liegendes, für die Produktion von Apoprotein E zuständiges Gen kommt in drei Hauptformen vor, und zwar den Allelen 2, 3 und 4. Menschen, die zweimal die Hauptform 4 besitzen, unterliegen einem höheren Risiko, an Morbus Alzheimer zu erkranken. Hingegen führt das Vorhandensein des Allels 2 zu einem schützenden Effekt.

Das Fortschreiten der Krankheit kann durch unterstützende medizinische Maßnahmen verzögert werden, Heilungsmethoden sind jedoch noch nicht in Sicht.

Maria Feychting *; Fredrik Jonsson *; Nancy L. Pedersen ; Anders Ahlbom *

*Institute of Environmental Medicine, Karolinska Institutet, Stockholm, Sweden and the Department of Medical Epidemiology, Karolinska Institutet, Stockholm, Sweden; and the University of Southern California, Los Angeles, CA. :

 

Occupational Magnetic Field Exposure and Neurodegenerative Disease, Epidemiology 2003; 14(4):413-419

Methods:

We conducted a cohort study to explore these associations. We studied all economically active individuals in the Swedish 1980 census (4,812,646 subjects), and followed them for neurodegenerative disease mortality from 1981 through 1995. Information about occupation was available for 1970 and 1980. A job-exposure matrix based on magnetic field measurements was used to assess EMF exposure

Results:

An increased risk of Alzheimer's disease mortality was observed among men exposed both in 1970 and 1980 (relative risk = 2.3; 95% confidence interval = 1.6-3.3 for exposure 0.5 μT). The associations were most pronounced for early-onset Alzheimer's disease mortality or with follow-up limited to 10 years after the last known occupation. Amyotrophic lateral sclerosis was not associated with EMF exposure, but the risk estimate with "electrical and electronics work" was 1.4 (95% confidence interval = 1.1-1.9)

Conclusions:

Our study gives some support to the hypothesis that EMF exposure increases the risk of early-onset Alzheimer's disease, and suggests that magnetic field exposure may represent a late-acting influence in the disease process. Electric shock is an unlikely explanation for the increased risk of amyotrophic lateral sclerosis in "electrical and electronics work" in this study.

 

Morbus Parkinson

Es handelt sich um eine unheilbare, fortschreitende Erkrankung. Beim Morbus Parkinson sterben Gehirnzellen im Bereich der so genannten Substantia nigra ab. Diese Zellen sind für die Bildung des Nervenbotenstoffs Dopamin zuständig. Der Mangel an Dopamin, aber vor allem die aus dem Gleichgewicht geratene Balance der verschiedenen Botenstoffe des Gehirns, führen zu den typischen Symptomen der Erkrankung. Zittern, Steifigkeit und Verlangsamung aller Bewegungen sind die 3 Kardinalbeschwerden der Krankheit. In Österreich leiden rund 30.000 Menschen an Morbus Parkinson, Tendenz steigend.

 

Das Protein alpha-Synuclein kann einerseits an neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson beteiligt sein und andererseits auch davor schützen – je nachdem, in welcher Menge es vorkommt. Ein Enzymüberschuss löst Parkinson aus - dasselbe Enzym in normaler Menge schützt davor.

Die amerikanischen Forscher haben nun eine Vermutung, warum diese Schutzwirkung von alpha-Synuclein bei Menschen mit Parkinson oder anderen degenerativen Nervenerkrankungen nicht wirksam wird. In deren Gehirnzellen treten nämlich so genannte Lewy-Körperchen auf, Ansammlungen von alpha-Synuclein. Durch deren Bildung wird das eigentlich lösliche Protein ausgefällt und kann damit seine Schutzwirkung nicht mehr  erfüllen.

 

Eine Heilung der Parkinson'schen Krankheit ist bis heute nicht möglich. Man kann jedoch die Beschwerden der Betroffenen durch Medikamente erheblich lindern.

 

 

 

Weitere Literatur:

1.      Frey AH, ed. On the nature of electromagnetic field interactions with biological systems. Austin, TX: RG Landes, 1994.     

2.      Graeber MB, Mehraein P., Reanalysis of the first case of Alzheimer's disease. Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci. 1999;249 Suppl 3:10-3.

3.      Savitz et al.: Magnetic field exposure and neurodegenerative disease mortality among electric utility workers. Epidemiology 9(4), 398 – 404, 1998

4.      Savitz et al.: Electrical occupations and neurodegenerative disease : analysis of U.S. mortality data. Arch. Environ.Health, 53(1), 71 –74, 1998

5.      ScienceNOW, Seconding Alzheimer’s Claim to Fame, 14 May 1997

6.      Sobel et al.: Occupations with exposure to electromagnetic fields: a possible risk factor for Alzheimer’s Disease. Am. J. Epidemiol. 142(5), 515-524, 1995

7.      Sobel et al.: Elevated risk of Alzheimer’s Disease among workers with likely electromagnetic field exposure. Neurology 47(12), 1477- 1481, 1996

8.      Sreeganga Chandra et al.: Cell (Bd. 123, Nr. 3, S. 383)

9.      Wu et al.: Influence of EMP on the nervous system of rats, Acta Biophysica Sinica 15:152-157, 1999 (in Chinese)